27. April 1945 Dongo/Comer See Uferpromenade

Die gemeinsam mit Mussolini und seiner Geliebten Claretta Petacci festgenommenen Führer der faschistischen Bewegung Italiens sollten an der Uferpromenade des Comer Sees gegenüber dem Rathaus von Dongo hingerichtet werden. Die Partsanen wollten kurzen Prozess mit ihnen machen. Unter dem Gejohle der zahlreich vertretenen Bürger*innen Dongos wurden sie an einem mit Ornamenten verzierten Eisenzaun mit dem Rücken zum Ufer aufgestellt.

Mit ihren letzten Blicken schauten sie auf den Palazzo Manzi, das Rathaus des kleinen Städtchens.

Ihnen gegenüber, nur wenige Meter entfernt, stand das Erschießungskommando der Partisanen.

Plötzlich habe es eine immer hektischer werdende Unruhe, die Gefangenen tuschelten immer erregteer miteinander. Wenige Augenblicke später erhoben sich laute Rufe unter den Delinquenten. Die Totgeweihten gerieten in helle Aufregung als Marcello Petacci, der Bruder der Claretta, in einer Reihe mit ihnen stehend, ebenfalls erschossen werden sollte. Es gab wilde Proteste und heftiges Gestikulieren gegen diesen, wie sie mit Nachdruck zu verstehen gaben, korrupten Parvenü, mit dem sie keinesfalls, nicht einmal im Angesicht ihres sicheren Todes, auf eine Stufe gestellt werden wollten.

Man deutete Petacci an, er solle sich zur Seite begeben und gab ihm zwei Partisanen zur Bewachung bei. Dann schossen die Partisanen auf die Minister und Fachistenführer aus Mussolinis Kolonne. Manche Schützen waren so betrunken, dass es eine riesige Sauerei auf der Piazza inmitten der Zuschauer gab. Einige Minister waren nur verwundet, andere der Delinquenten rannten auf der Piazza herum, woraufhin bewaffnete Zuschauer sich ebenfalls an der wilden Ballerei beteiligten.
 
Dieses Chaos nutzte Marcello Petacci zu einem Hechtsprung in den Comer See. Man schoss auf ihn, er ging unter, seine Leiche wurde nie gefunden.

 


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