Leseprobe: Kapplers Hut

Cover Kappler Hut von Gerd Bohne, Edition Hermann WeberBonn 15.August 1977

Am frühen Morgen klingelte im Bonner  Bundeskanzleramt das Telefon des diensthabenden Staatssekretärs Riesinger.

„Ja, bitte?“

Am anderen Ende der Leitung war der Büroleiter des Staatssekretärs, Regierungsdirektor Rudolf Thiel.

„Herr Staatssekretär, es ist jemand am Telefon, der behauptet, dass heute Nacht, ich zitiere wörtlich, der letzte deutsche Kriegsgefangene Herbert Kappler aus einem italienischen Gefängnis entführt und nach Deutschland verbracht worden ist.“

„Stellen Sie das Gespräch durch…“

„Riesinger.“

Eine weibliche Stimme am Telefon.

„Hier spricht Anneliese Kappler-Wenger. Mein Mann, Herbert Kappler, befindet sich in meiner Obhut. Er ist wieder in seiner deutschen Heimat!“

Riesinger glaubte seinen Ohren nicht zu trauen.

„Wovon reden Sie?“

„Heute Nacht ist der letzte deutsche Kriegsgefangene aus italienischer Haft befreit und in seine Heimat zurückgeführt worden. Herbert Kappler…“

Riesinger spürte die Erregung in der Stimme der Anruferin.

„…ist wieder zu Hause!“

Ein kurzes Schweigen beim Staatssekretär.

„Wo befindet er sich?“

„Gehen Sie davon aus, dass er sich an einem sicheren Ort befindet. Wir werden Ihnen in Kürze die notwendigen Informationen zukommen lassen.“

„Sie wissen, dass er sich in höchster Gefahr befindet, wenn nicht die erforderlichen Maßnahmen für seine Sicherheit getroffen werden. Es wird eine Welle der Empörung, insbesondere in Italien, geben. Wir müssen damit rechnen, dass sich Mordkommandos auf den Weg nach Deutschland machen werden.“

„Wir sind auf alles vorbereitet. Ich wiederhole es noch einmal: Er ist in einem sicheren Versteck. Auf Wiederhören.“

Staatssekretär Riesinger betrachtete nachdenklich das Telefon, um kurz danach wieder zum Hörer zu greifen:

„Thiel, bitte informieren Sie umgehend die zuständigen niedersächsischen und anderen involvierten Dienststellen über die neue Lage“, sagte er in seiner ruhig professionellen Art, die alle, die mit ihm zu tun hatten, schätzten,

“Es müssen kurzfristig Maßnahmen zum Schutz italienischer Objekte im Lande ergriffen werden. Halten Sie mich  auf dem Laufenden. Ich will immer  auf dem aktuellen Informationsstand sein.“

Die nächste Order für seinen Büroleiter klang dagegen genervt und keinen Widerspruch duldend.

„Das Bundeskriminalamt soll unverzüglich den Aufenthaltsort feststellen!“

Zwanzig Minuten danach begannen die Fernschreiber im Bundeskanzleramt zu rattern. Regierungsdirektor Thiel betrat schnellen Schrittes, mit einer Fahne aus scheinbar endlosen Fernschreiben wedelnd, das Büro seines Parteifreundes und Vorgesetzten Riesinger.

„ Wir haben einen Hinweis unseres Verfassungsschutzes aus dem vergangenen Jahr, dass ein befreundeter italienischer Dienst auf die Möglichkeit hingewiesen hat, dass es ähnlich wie in Italien bei der Freilassung von Herbert Kappler zu gewalttätigen Demonstrationen kommen könne. Die Italiener haben darum gebeten, dass bis auf Weiteres die Schutzmaßnahmen für italienische Objekte wie diplomatische Vertretungen, Konsulate und sonstige Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland verstärkt werden“

Riesinger straffte seinen Oberkörper.

„Diese Flucht ist der casus belli, Thiel!“, er schaute seinen Büroleiter an, „Lösen Sie  den Alarmplan aus.“

Riesinger wollte schnellstmöglich klare Informationen über den Status Quo erhalten, drohten doch erhebliche diplomatische Erschütterungen zwischen der befreundeten Republik Italien und der Bundesrepublik Deutschland.

Seine Tage als Chef vom Dienst waren in diesen Augusttagen wegen der allgemeinen Urlaubszeit sehr ruhig verlaufen, nur die übliche Routine der täglichen Treffen mit den Vertretern der Ministerien. Riesinger hatte sich auf eine ebenfalls stressfreie letzte Woche seiner Amtszeit eingestellt. Nun aber war er sozusagen auf Betriebstemperatur.

„Der Minister soll sehen, dass er sich auf mich verlassen kann“, er bestärkte sich mit diesen Gedanken in seiner Entschlossenheit.

An diesem frühen Montagmorgen überschlugen sich die Ereignisse im sommerlichen Bonn.

Eine Lagebesprechung im Kanzleramt wurde kurzfristig anberaumt, als deren Ergebnis Riesinger kraft seiner Position die Order ausgab

„ Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen wird beauftragt, kurzfristig die Vorgänge zu klären, die von der Anruferin…“, er blickte auf ein Fernschreiben vor sich auf dem Besprechungstisch,

„… Frau Kappler-Wenger, beschrieben worden sind.

Stellen Sie fest wo sich Kappler befindet und nehmen Sie ihn aus Gründen der Sicherheit in Polizeigewahrsam.“

Riesinger blickte in die Runde.

„Wir müssen davon ausgehen, dass es im Zusammenhang mit einer etwaigen Festnahme zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen wird. Der Einfachheit halber nehmen wir als Gerichtsstand den Ergreifungsort.“

Der Staatssekretär beendete die kurze Lagebesprechung mit den Worten:

„Das Kanzleramt geht davon aus, dass selbst bei einer Festsetzung von Kappler trotz des zu erwartenden diplomatischen Protestes der italienischen Regierung und dem möglicherweise folgenden Ärger keine Auslieferung Kapplers an Italien erfolgen wird. Wir müssen jedoch ein formales Ermittlungsverfahren einleiten.“

Er hob bedauernd die Schultern.

An die Runde gewandt fuhr er fort:

„Wir brauchen dringend Informationen über den Gesundheitszustand. Es ist kurzfristig abzuklären, ob gegebenenfalls eine biologische Erledigung des Verfahrens erwartet werden kann und wenn ja, voraussichtlich wann? Diese Informationen können die weitere Vorgehensweise maßgeblich beeinflussen.“

Ein Staatssekretär aus dem nordrhein-westfälischen Innenministerium warf einen Blick auf ein Fernschreiben, das ihm kurz zuvor eine seiner Mitarbeiterinnen gereicht hatte:

„Kappler hat Dr. Aschenauer als seinen juristischen Vertreter mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.“

„Es war zu erwarten“, stellte Riesinger fest.

„Jetzt haben wir die versammelten alten und neuen Kameraden der ´Stillen Hilfe´ im Boot.“

 

15.08.1977 Soltau

Das Bundeskanzleramt hatte unverzüglich via Bundesinnenministerium eine Mitteilung über den vermutlichen Aufenthalt Kapplers im Heimatort seiner Ehefrau an das zuständige niedersächsische Innenministerium gesendet. Die Polizeibehörde in Soltau wurde umgehend mit der Überprüfung des Sachverhalts vor Ort beauftragt.

Die sofort eingeleiteten Ermittlungen bestätigten die Vermutungen: Kappler war in Soltau.

Der Kommandeur der Schutzpolizei in Lüneburg wurde unverzüglich in Kenntnis gesetzt, der wiederum die sofortigen Objekt- und Personenschutzmaßnahmen anordnete, die von Kräften aus Soltau durchgeführt wurden.

Eine erste Lagebeurteilung erfolgte durch Rundfunk- und Fernsehmeldungen.

 

16.08.1977 Soltau

Es klingelte an der Tür der Wohnung der Eheleute Kappler.

Frau Kappler-Wenger schaute durch den Türspion, sie öffnete die Tür.

„Ja bitte? Was wollen Sie?“

Vor der Tür stand ein stämmiger, dunkelhaariger, streng gescheitelter, etwa fünfundfünfzigjähriger Herr im teuren, dunkelgrauen Anzug.

„Guten Morgen, gnädige Frau. Wir haben uns bisher noch nicht persönlich getroffen. Mein Name ist Aschenauer, Dr. Rudolf Aschenauer. Ich soll Ihnen und Ihrem Mann die herzlichsten Grüße von den Kameraden der „Stillen Hilfe“ überbringen. Herzlichen Glückwunsch zur geglückten Aktion in Italien. Darf ich eintreten?“

Kappler-Wenger zögerte nicht.

„Ja natürlich, selbstverständlich.“

Aschenauer deutete eine leichte Verbeugung samt Handkuss an und betrat dann hinter Kappler-Wenger, der er galant den Vortritt gelassen hatte, die Wohnung der Eheleute Kappler.

Im Esszimmer der geräumigen Wohnung, traf er auf Herbert Kappler, der es sich in einem Armlehnsessel bequem gemacht hatte.

Aschenauer schlug zur Begrüßung die Hacken zusammen

„Herzlich willkommen zuhause, Obersturmbannführer! Ich begrüße Sie herzlich im Namen aller Kameraden und Kameradinnen der Stillen Hilfe, deren Vorsitzender zu sein ich die große Ehre habe.“

Kappler sah erstaunt auf.

„Dann waren Sie es wohl über all die Jahre, der für diese Unterstützung für mich und meine Ehefrau verantwortlich war? Großen, großen Dank und allergrößten Respekt dafür, Kamerad Aschenauer.“

„Nein, danken Sie nicht mir. Ich war nur im Hintergrund als juristischer Ratgeber tätig. Natürlich habe ich auch das eine oder andere Gespräch im politischen Raum geführt.“

Aschenauer spreizte sich bei diesen Worten merklich.

„Danken Sie nicht mir, Obersturmbannführer, sondern dem Netzwerk der vielen, vielen Kameraden. Gerade Ihr Schicksal war es, das uns immer wieder gezeigt hat, dass unser Kampf noch lange nicht zu Ende ist. Allergrößten Respekt für Sie, Obersturmbannführer, diese langen Jahre in einem alliierten Gefängnis.“

„Aber nehmen Sie doch Platz, verehrter Dr. Aschenauer,“ mischte sich nun Kappler-Wenger in das Gespräch ein, „darf ich Ihnen etwas anbieten? Kaffee, Tee, Cognac?“

„Oh, danke wenn es keine Mühe macht, dann bitte Kaffee und zur Feier des Tages einen Cognac.“

„Herbert und du? Was kann ich dir bringen? Du weißt: keinen Alkohol.“

Kappler verdrehte leicht die Augen.

„So sind sie, die Frauen: Gönnen einem nicht mal den kleinsten Spaß.“

„Ach Herbert, ich will doch, dass du so lange wie möglich bei mir bleibst.

Als lebender Zeuge für das unglaubliche Unrecht, dass dem deutschen Soldaten und dem deutschen Volk nach dem Kriegsende widerfahren ist.“

„So ist es, Obersturmbannführer“, ließ sich Aschenauer vernehmen, „wir brauchen Sie dringend als Beweis für deutsche Standfestigkeit und Widerstandskraft auch in schwierigsten Lebenssituationen.

Wir brauchen Sie als lebenden Beweis, ich betone noch einmal: lebend, für den Umgang der alliierten Siegerjustiz mit dem tapferen deutschen Soldaten insbesondere den Kameraden von der SS, die seit einigen Jahren nach der Machtübernahme der Sozen Brandt und Schmidt doch eine Menge durchmachen mussten und noch müssen.“

„Ich lasse euch Männer mal ein wenig allein. Es gibt sicherlich viel zu besprechen, das nicht unbedingt für die Ohren einer Frau bestimmt ist?“

Kappler-Wenger verließ mit einem verständnisvollen Lächeln den Raum und ließ ihren Ehemann und Aschenauer dicht neben einander sitzend zurück.

Kappler ergriff das Wort:

„Richten Sie meinen ausdrücklichen Dank auch an die jungen Kameraden, die sich in Umsicht und Mut in keiner Weise von unseren Kameraden vom SD und der Waffen-SS unterscheiden. Besser hätten wir damals  diese Befreiung auch nicht durchführen können.“

Er fuhr fort:

„Natürlich bin ich Ihnen, Kamerad Aschenauer, dem Kopf der Aktion sozusagen, besonders dankbar. Es ist einfach unbeschreiblich, wie Ihre Unterstützung besonders meiner Ehefrau in den harten Tagen der letzten Monate und Jahre den Rücken stärkte.“

„Danken Sie der Organisation“, sagte Aschenauer, „wir haben es rechtzeitig geschafft, auch junge Kameraden, die die Kameradschaft der SS nicht mehr selbst erfahren konnten, an uns zu binden und sozusagen als Truppe zur besonderen Verwendung in der Hinterhand zu haben.“

Aschenauer beugte sich nach vorn.

„Jetzt geht es erst einmal darum, Obersturmbannführer, Ihren Aufenthalt in Soltau oder anderswo in Deutschland so sicher wie möglich zu machen.

Bitte legitimieren Sie mich als Ihren Rechtsbeistand, damit ich gegenüber den staatlichen Stellen alles Notwendige in die Wege leiten kann, damit das rote Pack keinen Zugriff auf Sie bekommt.“

Aschenauer war für derartige Aufträge präpariert und finanziell bestens ausgestattet. Seine Karriere als juristischer Beistand für die Angeklagten in den Kriegsverbrecherprozessen der Allierten hatte bereits zwei Jahre nach Kriegsende begonnen. Er wurde Rechtsvertreter des Angeklagten Otto Ohlendorf im Einsatzgruppenprozess in Nürnberg, konnte allerdings nicht verhindern, dass sein Mandant zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Parallel zu seiner Tätigkeit vor den Gerichten wurde auf seine Initiative das „Komitee für kirchliche Gefangenenhilfe„ im Erzbischöflichen Ordinariat in München gegründet. Im Jahre 1951 war er maßgeblich an der Gründung des Vereins „Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte„ beteiligt.

Wo immer in der Bundesrepublik Deutschland spektakuläre juristische Aufarbeitungen der Naziverbrechen erfolgten, Aschenauer war dabei und zog hinter den Kulissen die Fäden.

An diesem Augusttag in Soltau beendete er das Gespräch mit Kappler mit den Worten:

„Obersturmbannführer, wir werden das Kind schon schaukeln. Machen Sie sich keine Sorgen. Egal was aus Italien kommen wird, die Bundesrepublik Deutschland liefert keine deutschen Staatsbürger an wen auch immer aus.“

17.08.1977 Soltau

Der verantwortliche Kriminalhauptkommissar Schulze wurde zum vorläufigen Gesamteinsatzleiter ernannt.

Wie erwartet gingen Morddrohungen gegen Kappler gingen ein.

Es waren 20 bis 25, teilweise bis zu 40 Journalisten vor Ort, die alle auf der Jagd nach Informationen in diesem kleinen Städtchen waren.

Dazu kamen mehrere Aufnahmeteams deutscher und ausländischer Fernsehanstalten, die natürlich alle versuchten, in Soltau an sendefähige Bilder und entsprechendes Nachrichtenmaterial zu kommen.

Eine Geheimhaltung von Kapplers Aufenthaltsort war unter diesen Umständen nicht mehr möglich.

Zur besonderen Absicherung wurde das Sondereinsatzkommando aus Hannover angefordert.

In enger Abstimmung mit dem Ehepaar Kappler-Wenger erfolgte die Planung einer Umquartierung in ein sichereres und besser zu schützendes Objekt in unmittelbarer Nähe zu Soltau.

 

17.08.1977 Ebstorf/Nordheide

Die Pockenisolierstation in Ebstorf wurde der erste Unterschlupf Herbert Kapplers.

Die zentrale Quarantäneeinrichtung des Landes Niedersachsen , ausgelegt für die Aufnahme von 70 Pockeninfizierten, lag in einem gut abzuschirmenden Areal in der Nähe des Klostergutes Ebstorf in der Nordheide.

Diese Einrichtung war auf die sofortige Aufnahme von Erkrankten vorbereitet, Isoliersysteme für die Trennung von Patienten und Personal waren eingerichtet, Infektions- und Pockenalarmpläne stellten kurze Informationswege zu anderen Behörden und Polizeidienststellen sicher.

Man war sogar auf die Isolierung hochinfektiöser, als Kampfstoff eingesetzter bakteriologischer Erreger eingerichtet, somit hoch effizient organisiert.

Polizeihauptkommissar Schulze stand neben dem Ehepaar Kappler in einem der Isolierzimmer und wandte sich an Frau Kappler:

„Kein Mensch wird Ihren Mann hier in dieser Einrichtung vermuten!

Dieser Ort ist optimal für den Schutz der persönlichen Unversehrtheit Ihres Mannes und zum ersten Krafttanken nach den anstrengenden Stunden geeignet.“

Frau Kappler-Wenger war wohl zu erschöpft, um noch großen Widerstand gegen diese Art der Unterbringung zu leisten.

„Es ist ja wirklich eine Zumutung, ich will meinen Mann zu Hause haben.

Mein Mann hat 30 Jahre unschuldig für sein Vaterland in Quarantäne gesessen.“

Sie hielt ihren Kopf müde durch die rechte Hand gestützt, mit drei Fingern ihre Stirn massierend

„Ich kann nicht mehr. Herbert, sag du doch auch einmal etwas.“

„Ach Liebes, die Beamten werden schon wissen, wie sie im ersten Ansturm der Itaker und der  Journaille agieren müssen. Die kennen die örtlichen Gegebenheiten.“

Er streichelte seiner Frau über den Kopf.

„Beruhige dich doch, die Kameraden werden uns auch hier nicht im Stich lassen.“

Polizeihauptkommissar Schulze sprach noch einmal auf Frau Kappler ein:

„Liebe Frau Kappler, wir wollen doch den großartigen Erfolg Ihrer Unternehmung nicht in Gefahr bringen!

Wir müssen erst einmal den ersten zu erwartenden Proteststurm und die Attacken auf Leib und Leben Ihres Mannes abwarten. In Soltau können wir für seine und Ihre Sicherheit nicht garantieren. Hier aber in Ebstorf haben wir die nötige Abgeschiedenheit und Ruhe, um die Schreihälse in aller Gelassenheit und durch den polizeilichen Schutz ins Leere laufen zu lassen. Alle vermuten Sie und Ihren Ehemann in Soltau“.

Anneliese Kappler konnte sich diesen Argumenten nicht länger widersetzen. Sie wandte sich an den Polizeibeamten:

„Ich wäre Ihnen und Ihren Kollegen jetzt sehr verbunden, wenn Sie uns nun allein lassen würden. Trotzdem, vielen Dank für alles.“

 

Diese aus Sicht der politisch Verantwortlichen und der Polizeibehörden optimalen Bedingungen sollten allerdings nur von kurzer Dauer sein.

Die Tarnung hielt nicht einmal 48 Stunden, dann war sie durch Indiskretionen des Personals der Pockenstation aufgeflogen.

Kapplers wurden wieder nach Soltau verbracht.

In der Nacht zum 18.08.1977 erfolgte die Verlegung nach einem vorab exakt erarbeiteten Durchführungsplan.

Die Aktion wurde weder von Journalisten noch von Bürgern erkannt. Ein Grund zur Zufriedenheit der Polizeibehörden.